Konzept

Suchtverständnis, Ausbildungskonzept und Vermittlungsformen

Wir interpretieren Sucht als misslungenen Selbstheilungsversuch. Jede Spielart von Sucht allerdings – das lässt sich nachweisen – ist eine Abwendung vom Leben und Hinwendung zum Unlebendigen, zu Gegenständen oder – in unserer Sprache – zu unbeseelten Objekten. Der Fokus therapeutischen Handelns richtet sich bei thema daher weniger auf die Pathologie der Betroffenen, als auf die Beziehung zwischen allen Beteiligten, einschließlich des Therapeuten (“Beziehung heilt”).

Eine Ausbildung zum Suchttherapeuten muss auf die Arbeit mit “schwieriger” Klientel vorbereiten, sie muss Grundlagen zur Wahrung der eigenen Psychohygiene vermitteln können. Wirksame therapeutische Tätigkeit in Bereichen von Suchterkrankung und Persönlichkeitsstörung setzt ein Handeln voraus, das nicht in Routine, Co-Abhängigkeit und Burnout Syndrom erstickt. Wir vermitteln deshalb neben fundiertem theoretischem Wissen eine praxisorientierte Methodik, die lebendige Interaktion und damit Spontaneität und Kreativität fördert.

Daraus ergibt sich, dass Selbsterfahrung das Herzstück der thema-Ausbildung ist. Selbsterfahrung gibt die Möglichkeit, aktuelle eigene intrapsychische und interpersonelle Prozesse zu reflektieren. Reflexion des eigenen Handelns, der eigenen Befindlichkeiten, der Interaktion mit Patienten/Klienten bzw. der Patienten untereinander ist für die therapeutische Praxis unerlässlich.

Das eigene therapeutische Wirken wird von Anfang an in Rollenspielen und “TPO-Gruppen” (Therapist, Patient, Observer) ausprobiert, erfahren und kritisch durchleuchtet. Das Konzept “Therapeut von Anfang an” wurde für diese Ausbildung modifiziert und übernommen.
Wichtig ist uns, die Ausbildung so zu gestalten, dass sie die Teilnehmer motiviert. Unsere Erfahrung zeigt, dass diese Motivation nicht allein aus den Inhalten kommt, sondern auch aus der Dynamik des Erlebens und Gestaltens.

Als Ausbilder und Trainer verstehen wir uns keineswegs nur als Vermittler von theoretischem Fach- und psychotherapeutischem Methodenwissen. Wir sehen unsere Teilnehmer gleichermaßen als Experten ihrer Arbeit mit Abhängigerkrankten und erwarten, dass sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen in die Ausbildungsgruppe hineintragen. Wir erwarten ein hohes Maß an Eigeninitiative bzw. Engagement und die Bereitschaft zur Selbstreflexion und Mitgestaltung.